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Zur Geschichte der Ritterbünde

Der erste Bund der heutigen Ritterschaften war die „Wildensteiner Ritterschaft zur blauen Erde“
auf Burg Sebenstein bei Wiener-Neustadt, die im Jahre 1790 von Hofrat Anton D. Steiger (Edler von Stein) gegründet wurde. Die Wildensteiner Ritter kapitelten auf Burg Sebenstein, einem Schloß mit Rittersälen und Knappenstuben, und pflegten Wohltätigkeit, Freundschaft und Frohsinn in ritterlich-mittelalterlicher Art. Namhafte Persönlichkeiten der damaligen Zeit, wie z.B. Erzherzog Johann und Erzherzog Anton von Österreich, Leopold Prinz von Sachsen-Coburg, Leopold Prinz von Palermo, Großherzog Karl August von Weimar, Wilhelm Prinz von Preußen (der spätere Kaiser Wilhelm I.) sowie bedeutende Dichter, Komponisten und Maler waren Mitglieder dieses Bundes. Die „Wildensteiner Ritterschaft zur blauen Erde“ bestand bis zum Verbot durch Fürst Metternich im Jahre 1823.

Seit 1790 bis 1935 wurden etwa 275 Ritterbünde gegründet, davon allein 173 in Deutschland. Bis zum Herbst 1935 bestand zwischen den Bünden in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine harmonische und freundschaftliche Zusammenarbeit. Danach wurden die Ritterbünde in Deutschland von den Nationalsozialisten verboten. Am 14. Juli 1935 hatte der damalige Hochmeyster des Deutschen Ritterbundes bei der Geheimen Staatspolizei zu erscheinen, wo ihm eröffnet wurde, daß der Ritterbund sich entweder freiwillig aufzulösen hätte oder zwangsweise aufgelöst werden würde. So berief der Hochmeyster des DR alle Ritterbünde zum Rittertag nach Eisenach auf die Wartburg ein und verkündete „... mit Ablauf des 30. Septembers 1935 die freiwillige Auflösung des Deutschen Ritterbundes ...“.

Unter völlig veränderten politischen Verhältnissen wurden nach dem Kriege die Ritterbünde wieder vereinzelt ins Leben gerufen. Auch in Ostdeutschland gelang es nur wenigen Bünden, sich über weitere 40 Jahre Verbot in der DDR am Leben zu erhalten. Der „Deutsche Ritterbund“, die Dachorganisation der deutschen Ritterbünde, umfaßt heute nur noch 20 Bünde.

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